Punt und Ophir: das sagenhafte Goldland des Altertums
-- Neue Überlegungen zu deren Lokalisierung und zur Herkunft der ägyptisch-arabischen Israeliten --
Zum Gedenken an Papst Johannes Paul II. (1920-2005), dem Großen (hiermit), dem Überwinder des sowjetischen Kommunismus und dem Mediator der Welt-Religionen.
mit 7 Abb.
von
Dieter Ortlam*
Schlagworte: Kategorische Menschheitsgebote, Punt, Ophir, Goldland, Pharao, Noah, Sem, Ham, Japheth, Sahure, Tuthmosis I., Tuthmosis II., Hat-schepsut, Tuthmosis III., Amenophis III., Ramses II., Si-amun, Salomo, Tascheri, Basemat, Taphat, Bilkis, Makeda, Menilek I., Nebukadnezar II., Kyros II., Haile Selassie I., Hiram, Jakob, Moses, Reguel-Jetro, Israeliten, Negus-Dynastie, Karakirkos, Tana-See, Aksum, St. Maria von Zion, Deir el-Bahari, Fernhandel, kontinentale Seidenstraße, marine Seidenstraße, Phönizier, Seevölker, Kelten, Chachapoya, Nord-Peru, Wikinger-Schiff, Dhau, Hansekogge, Ezeon Geber, Eiloth, Ophira, Sharm el Sheik, Aquaba, Schilfmeer, Arabische Bucht, Rotes Meer, Ägyptisches Meer, Sinai, Palästina, Ägypten, Groß-Ägypten, Kusch, Nubien, Vorderasien, Zweistromland, Babylonische Gefangenschaft, Asir, Reicharabien, Midian, Jemen, Oman, Äthiopien, Eritrea, Afar, Somalia, Puntland, Sokotra-Insel, Simbabwe, Afrika, Indischer Ozean, Monsun-Winde, Indien, Calicut, Taprobane-Insula, Radnapura, Tarsis, Ceylon, Südostasien, Malakka-Straße, Srivijaya, Malaysia, Sumatra, Minankabao, Gunung Ophir, Thailand, Birma, China, endemische Waren, Gold, Silber, Zinn, Edelsteine, Rubine, Saphire, Topase, Pfauen, Rhesusaffen, Makaken, Meeresfische, Leoparden, Sandelholz, Pfeffer, Weihrauch, Myrrhe, Gewürze, Zimt, Elfenbein, Strauss, Zheng He, Vasco da Gama, Santiago de Compostela, Bota fumera, Bota miera, Ägyptisches Reich, Sha Su, Suleb, Bibel, Arabische Wüste, Moses-Berg, Horeb-Berg, Khattarin-Berg, Katharinen-Kloster, Sinai, Nebo-Berg, Amoriter, Kanaa, Palästina, Jericho, Goldenes Kalb, Vulkanismus, Erdbeben, Geologie, Plattentektonik, Petrographie, Lagerstätten, Goldseifen, Gold-Nugget, Jordan, Hydrogeologie, Wüstenlack, Granit, Schrift-Granit, minäisch-südsemitische Schrift, hieroglyphische Schrift, hieratische Schrift, Zehn Gebote, Jahwe, Gott, Gesetzestafeln, Bundeslade, Siebenarmiger Leuchter, Kandelaber-Wolfsmilch, Manna, Wasserschlagen, Gelobtes Land, kategorische Menschheitsgebote, Vermeidung, Verminderung, Verwertung, Verbrennung, Verbindung, Verlagerung, Kulturschutzgebiet, Gorbatschow.
1. Vorbemerkung
Die nachfolgenden Ausführungen wurden durch den Autor in jahrzehntelangen, interdisziplinären Studien und Forschungen z. T. vor Ort entwickelt. Sie sind weder gegen irgendwelche Weltreligionen noch gegen irgendwelche -- eventuell betroffene – Völker gerichtet. Sie verfolgen allein das Ziel, neue Denkanstösse in den verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrheitsfindung anzuregen und eingefahrene Ansichten kritisch zu hinterfragen. Sie könnten vielleicht in Zukunft (in der „Nach-Bush-Ära“ ab 2009) die Basis für ein friedlicheres Miteinander von Weltreligionen und Völkern sein, die doch so viele Gemeinsamkeiten in ihren Wurzeln aufweisen. Alleine Noah mit seinen Söhnen Sem, Ham und Japheth sollten als gemeinsame Stammväter der Völker des ehemaligen „Fruchtbaren Halbmondes“ nach den großen weltweiten Sintflutereignissen als wahrscheinliche Folge eines Impakt-Geschehens (nicht die von Y. MART & W. RYAN propagierte, lokale Dardanellen-Bosperusflut des Schwarzen Meeres vor 7500 Jahren = 5500a v. Chr.!) angesehen und für einen einigenden Friedensprozess gewürdigt werden. Neue Reflexionen zu den eigentlichen Ursachen der heutigen globalen Konfliktherde sind von den politischen Entscheidungsträgern gefordert und wären als Basis für zukünftiges Handeln und Nichthandeln von großem Nutzen. In der bisherigen Geisteshaltung und der mangelnden gegenseitigen Toleranz liegt nämlich das eigentliche Problem bei der fortschreitenden Globalisierung. Außerdem spielt der zunehmende Wassermangel im Nahen Osten eine bedeutende Rolle für potentielle Auseinandersetzungen. Daher bedeutet aktive und innovative Wasserforschung, einen wichtigen Beitrag zum Frieden für die Zukunft zu leisten, was bisher kaum wahrgenommen wird.
Auch die vom Autor neu eingeführte Idee der Schaffung von Kulturschutzgebieten (ORTLAM 2000) sollte u. U. dabei Berücksichtigung finden, um neue, dringend überfällige mentale Grundlagen primär zu schaffen (allmählich scheint auch dem (voreilig ernannten) Friedensnobelpreisträger Barack OBAMA nach der unseligen BUSH-Ära ein Licht aufzugehen!). Bekanntlich lassen sich mit kriegerischen Auseinandersetzungen in Zukunft auf Dauer keine Konflikte mehr lösen, sondern schaffen nur neue Probleme (u. a. Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Pakistan, Nord-Korea). Auch hier wäre eine gewisse Nachhaltigkeit im Denken als Grundlage zu weltweiten Entspannungen angebracht. Dazu bedarf es aber aufgrund der rasanten Weltbevölkerungsentwicklung dringend überfälliger Überlegungen zu einer nachhaltigen Beachtung der fünf wichtigsten Problemkreise der heutigen Menschen (= kategorische Menschheitsgebote, hiermit) nach ihren unabweisbaren Prioritäten (Bibel, Genesis: „Macht Euch die Erde untertan!“; UNEP 2007):
Dem Gebot der nachhaltigen Luftreinhaltung (einschließlich anthropogener Klimabeeinflussungen)
Dem Gebot der nachhaltigen Versorgung mit sauberem Süßwasser (u. a. zum Trinken inklusive Hygiene und zur Nahrungsmittel-Produktion)
Dem Gebot der nachhaltigen Versorgung mit Nahrungsmitteln (u. a. Erschließung neuer Brauchwasser-Vorkommen für nachhaltige Bewässerungen)
Dem Gebot der nachhaltigen Versorgung mit Energie (u. a. Entwicklung der regenerativen Energien von Sonne und Erde mit dem bisherigen Einmal-Kredit der fossilen Energien)
Dem Gebot der nachhaltigen Versorgung und dem Umgang mit Rohstoffen (u. a. Erze, Steine, Erden und regenerative Energien) unter Beachtung der sechs V´s:
Vermeidung, Verminderung, Verwertung, Verbrennung, Verbindung und Verlagerung.
Wer gegen diese Grundsätze in Zukunft verstößt oder ihre Prioritäten nicht beachtet, wird zwangsläufig von der Natur auf den Topf gesetzt und bitteres und sehr teures Lehrgeld bezahlen müssen (= 1 Gorbatschow = 1 Gor, nach ORTLAM 2000). Dies geschah in der Vergangenheit schon oft, wurde jedoch von den Menschen eigenartigerweise rasch wieder verdrängt. Umso wichtiger wäre, diese Erkenntnisse in Zukunft zu beherzigen, wie dies leider allzu spät bei der derzeitigen globalen Finanzkrise geschieht. Das Ende der menschlichen Innovationskraft und die zunehmende Sozialisierung wird dann den Untergang der Menschheit einleiten und bewirken. Dabei gilt leider auch hier der folgende, bekannte Spruch:
Prof. Dr. Albert Einstein, Physiker und Nobelpreisträger (1879-1955)
2. Argumentation und Beweisführung
Die Altersdaten zu den nachfolgenden Ausführungen sind alles Ungefähr-Alterseinstufungen der klassischen Archäologie (VON BECKERATH 1997). Aufgrund der umfassenden kritischen Arbeiten von Immanuel VELIKOWSKY zur ägyptischen Chronologie ergeben sich dazu u. U. jedoch erhebliche zeitliche Diskrepanzen von (abschmelzend) etwa 500 Jahren (HEINSOHN 1979).
In den diversen Schilderungen der vorliegenden Schriftquellen u. a. in der Punt-Halle der Tempelanlage von Deir el-Bahari (Oberägypten) der ägyptischen Pharaonin Hat-schepsut (Regierungszeit = RZ ~1479-1458 v. Chr., 18. Dynastie) und dem Buch „1. Könige 9. 26, 28 und 10. 10-22“ im Alten Testament der Bibel unter dem israelitischen König Salomo (RZ ~968-926 v. Chr.) sind folgende wichtige Ausführungen und Beschreibungen zur genaueren Lokalisierung des Goldlandes der Antike (= Punt und Ophir) sowie der bisher vagen Herkunft der ägyptisch-arabischen Israeliten von Bedeutung:
Bedarf zum Import großer Mengen an Gold, Silber, Zinn (Bronze-Herstellung) seltenen Edelsteinen (z. B. Rubine, Smaragde) und seltenen, exotischen Waren (z. B. Weihrauch, Myrrhe, Sandelholz, Elfenbein, Gewürze z. B. Zimt, neuartige Tiere z. B. Rhesus-Affen, asiatische Leoparden, exotische Fische des Indischen Ozeans und indischen Pfauen) aus fremden, weit entfernten Ländern, um die Bedeutung der beiden Herrscherhäuser Ägyptens und Israels nach außen und innen zu unterstreichen (= frühe, erste Public Relation zur eigenen Machtdemonstration).
Beauftragung von eigenen oder fremden, seeerfahrenen und schiffbauenden Reedern und Händlern (u. a. die seeerprobten Phönizier/Seevölker/Kelten, z. B. der Phönizier-König Hiram von Tyrus im Auftrage von König Salomo von Israel, Schwiegersohn des ägyptisch-libyischen Pharaos Si-amun) zur Heranschaffung der kostbaren und prestigeträchtigen Importwaren, da der Landweg offensichtlich zu beschwerlich, zu teuer oder wegen zu großer Distanzen gar unmöglich war.
Unter der Pharaonin Hat-schepsut (RZ ~1479-1458 v. Chr.) waren beide Seiten des Roten Meeres (= Arabicus Sinus) bereits in ägyptischen Besitz (z. B. ausgedehnte Eroberungen ihres Vaters Tuthmosis I. (RZ 1504-1492 v. Chr.; verheiratet mit Achmed) und ihres Ehemannes Tuthmosis II. (RZ 1492-1479 v. Chr.) in Vorderasien/Zweistromland, Arabien mit der wichtigen Weihrauchroute und Nordost-Afrika, Land Kusch = Sudan/Nubien = Goldland), so dass sowohl die Routen auf See als auch an Land in die dortigen Länder bis zum Horn von Afrika (u. a. Sudan, Eritrea Äthiopien, Dchibuti, Somalia mit der heutigen Piraten-Provinz „Puntland“ am Horn von Afrika) auf der Südseite wohl bekannt und entsprechend für den Handel ausgebaut waren. Die ersten Handelsexpeditionen mit großen, seegängigen Schiffen (25m x 5m) nach dem sagenhaften Punt fanden bereits unter dem Pharao Sahu-re (RZ ~2446-2433 v. Chr., 5. Dynastie) statt, wie dies auf Reliefs in dessen Totentempel von Abusir schon dokumentiert ist (JUNGE & SEYBOLD 2002, S. 12). Es ist daher kaum vorstellbar, dass die i. d. R. 3-jährigen Handelsexpeditionen der Pharaonin Hat-schepsut (beginnend um 1480 v. Chr. unter ihrem Schatzmeister und Kapitän Nehesi) und ~500 Jahre später von König Salomo das Ziel dieser sehr nahe liegenden Länder in Ost-Afrika gewesen sein sollen, wie dies immer wieder von archäologischer Seite – wiedergegeben in zahlreichen Publikationen und daraus resultierenden, einschlägigen Fernsehberichten (u. a. FRANZ 2011, ARTE, ZDF, ARD, PHOENIX,) – ausgeführt wird. Das Rote Meer bis zum heutigen Golf von Aden und dem Horn von Afrika war damals ein (groß-) ägyptisches Meer, d. h. vom Land Ägypten auch auf der arabischen Seite umgeben. Die weitesten Distanzen bis zum Horn von Afrika (Somalia = „Geh und melke“ in der KALIMEDIA-Übersetzung, seitdem Altertum bekannt als eine klassische Piratenküste, was viele heute geschädigte Reeder einfach nicht wahrhaben wollen) konnten per Schiff in weniger als sechs Monaten zurückgelegt werden. Von Theben, dem damaligen Pharaonensitz, wäre eine Handelsreise z. B. nach Eritrea via Koptos/Nil-Wadi Hammamat-Hafen Massa (Mersa) Gawasis am Roten Meer in gut 3 Monaten zu bewältigen gewesen, die großen Handelsexpeditionen unter dem Kapitän Nehesi der Pharaonin Hatschepsut dauerten dagegen aber alle über 3 Jahre! Das muss ja dann entsprechende Gründe gehabt haben, die nicht so einfach von der Hand zu weisen sind. Sicherlich gab es (kürzere) Handelsreisen zum Eintausch von Weihrauch, Myrrhe, afrikanischen Tieren (u. a. Pavianen, Geparden, Giraffen, Strauße) und geringe Mengen an Gold aus den Gebieten am Ausgang des Roten Meeres (Jemen/Oman, Eritrea und dem somalischen Puntland am Horn von Afrika), die großen Handelsexpeditionen beanspruchten aufgrund der vielen Belege aber mehrere Jahre.
Abb. 1: Ausschnitt aus der Weltkarte des PTOLOMAIOS (publiziert erst 1472 n. Chr.) mit der Darstellung des Indischen Ozeans („Oppadum/Indicum Pelagus“), dem Roten Meer („Arabicus Sinus“ in brauner Farbe dargestellt!), der Halbinsel Arabien („Arabia Foelix/Deserta“), dem Golf von Aden („Maribus Busum“ in brauner Farbe dargestellt) und der (Handels-) Insel Sokotra (= So) im Westen (Pfeil), der Straße von Hormus/Persischem Golf mit den Flüssen Euphrat und Tigris im Norden sowie der (großen) Insel Ceylon/Sri Lanka („Taprobane Insula“) und Indien („India“) mit den Flüssen Indus und Ganges im Osten.
Die Handelsroute („Weihrauch-Route“) östlich des Roten Meeres von Gaza über Petra nach Südarabien (Oman/Jemen = das Reicharabien der Antike) war ebenso wohlbekannt. Insofern war der Besuch der Königin von Saba („Bilkis“ Jemen und Äthiopien) bei König Salomo in Israel recht naheliegend (etwa 2 Monate Reisezeit), zumal die Israeliten um ~1440 v. Chr. unter dem Pharao Tuthmosis III. (= Amenophis III.; RZ ~1458-1425 v. Chr.) wahrscheinlich vom südarabischen Lande Asir/Nord-Jemen (SALIBI 1985) durch die ganze arabische Halbinsel („Arabia Foelix/Deserta“, Abb. 1 und 2) von Arabisch-Ägypten nach Palästina auszogen. Geographische Doppelnamen im Lande Asir (südliches Saudi-Arabien bis Nord-Jemen) und in Palästina (dort aber deutlich reduziert) sind bei entsprechenden (Zwangs-) Umsiedlungen und Auswanderungen in Erinnerung an die alte Heimat durchaus eine bezeichnende Regel (ORTLAM 1994, S: 104ff) und ergänzen die grundlegenden und treffenden Ausführungen SALIBI´s zwanglos. Außerdem weist SALIBI endemische Tier- (u. a. arabischer Wüstenwaran) und Mineralvorkommen (u. a. Goldseifen, Blei; SALIBI 1985, S. 45/46 bzw. 59) im arabischen Lande Asir nach, die weder in heutigen Unter-Ägypten noch im Bereich Palästina vorkommen. Dieses Gebiet (Rotes Meer--Palästina bis zum Euphrat = Arabische Halbinsel) war -- seit den umfangreichen vorderasiatischen (einschließlich Arabien) und afrikanischen Eroberungen der Pharaonen Tuthmosis I. (RZ ~1527-1506 v. Chr.), Tuthmosis II. (RZ ~1492-1479 v. Chr.), Hat-schepsut (RZ ~1479-1458 v. Chr.) und Tuthmosis III. (RZ ~1458-1425 v. Chr., Stiefsohn von Hat-schepsut) sowie der Einwanderung bzw. Verbringung der Israeliten bzw. der Nomaden Sha Su unter Jakob/Joseph und seine Brüder in das südarabisch-ägyptische Gebiet (Bibel, Ex.1.) -- damals im ausgedehnten Herrschaftsbereich von Groß-Ägypten. Somit lässt sich die „vierzigjährige“ Reisezeit (vermutlich 40 Mondzyklen, d. h. 40:(364:27,3) = 3 Jahre Reisezeit) der Israeliten aus der Bibel (Ex. 16. 35; Dt. 8. 4) quer durch die Arabische Halbinsel („Arabia Foelix/Deserta“, Abb. 1) und entlang des Schilfmeeres („Arabicus Sinus“ = Rotes Meer) unter dem äußerst naturerfahrenen Führer Moses („Senior Ranger“ in heutiger Zeit) sehr wohl erklären. Die Reise aus Unter-Ägypten (Raum Kairo) ins Gelobte Land durch die Halbinsel Sinai nach Palästina wäre mit weniger als einem Jahr nämlich zeitlich viel kürzer gewesen. Sie kommt auch aus geowissenschaftlicher, geographischer und archäologischer Sicht wegen entsprechend fehlender Hinweise überhaupt nicht in Frage. Dass in der Bibel mehrfach das Wort „Sinai“ benannt wird, steht somit konträr zu den in der Bibel geschilderten naturwissenschaftlichen Beobachtungen (u. a. Vulkanausbrüche, Reisedauer, Geographie). Die Lösung dieses Widerspruches könnte darin liegen, dass die Bibel bekanntermaßen erst um 1.000 v. Chr., also ~500 Jahre nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, aufgezeichnet wurde und somit die Geographie etwas durcheinander geraten sein könnte, weil damals Ägypten auf das Niltal + Libyen wieder reduziert war.. Falls jedoch auf der Arabischen Halbinsel ein weiterer Bereich „Sinai“ auftauchen würde, läge die Lösung klar auf der Hand.
Abb. 2: Weltkarte des Bagdader Kalifen AL-MA´MUN (RZ 813-33 n. Chr.). Rezente Kartenrekonstruktion des Institutes für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften der Universität Frankfurt/M auf der Basis der Karte des Zwischenautors IBN FADLALLAH AL-UMARI (1349 n. Chr.).
Abb.3:Varietäten des (seltenen) Schrift-Granits mit natürlicher Auskristallisation von (grauem) Quarz im (weißem oder rotem) Feldspat mit altertümlichen, beidseitigen Schriftbildern (Fotos: Verfasser):
|
3a: rechts als allochthones Glazialgeröll von Skandinavien mit altertümlichem, beidseitigen (minäisch-proto-südsemitischem) Schriftbild (Fundort: Bremen-Nord)
links als allochthones Glazialgeröll (pegmatitische Ausprägung) von Skandinavien mit altertümlichem, beidseitigem (minäisch-proto-südsemitischem) Schriftbild (Fundort: Langen/Bhv.)
Darunter Vergleich mit einem alten, nicht beidseitig lesbaren, minäisch-proto-südsemitischen Text von der südlichen Halbinsel Arabien nach EUTING (1896/1914)
|
|
|
3b: pegmatitische Ausprägung eines autochthonen Schrift-Granites mit altertümlichem, beidseitigen (ägyptisch-hieratischem) Schriftbild (Fundort: Nord-Jemen).
Darunter Vergleich mit einem ägyptisch-hieratischen, nur einseitig lesbaren Text der 12. Dynastie nach BRUNNER (1959)
|
|
|
3c: Schrift-Granit mit frappierend arabischem Schriftbild, beidseitig lesbar (Maßstab: Höhe 5cm)
|
|
|
|
|
Herkunft der ägyptisch-arabischen Israeliten: Bei der (zweimaligen) Übergabe der „Zehn Gebote Gottes“ auf den beiden (beidseitig lesbaren!) Steintafeln wird im Alten Testament (2. Mose/Ex..) mehrfach ein klassischer Vulkanausbruch sehr drastisch und einleuchtend geschildert (2. Mose 19. 16 bis 18 und 20. 18), wie ihn ein aufmerksamer Geowissenschaftler nicht besser beschreiben könnte. Junger, rezenter Vulkanismus (d. h. im Altertum) gab es aber nach den heutigen geologischen Karten und Kenntnissen nicht im Bereich der Halbinsel bzw. des Berges Sinai – schon gar nicht im Granit-Massiv des Moses-Berges (2581m NN) am heutigen Katharinen-Kloster (gegründet erst um 557 n. Chr. von Kaiser Justinian am Fuß des Dschebel Musa d. h. einem nach Moses später benannten Berg) --, jedoch vielmehr im Bereich des südlichen Roten Meeres, nämlich in der Medina-Jemen-Afar-Region mit der bekannten örtlichen Plattentektonik zwischen Afrika und Arabien. Vor allem in den aktiven Vulkan-Bergen des Nord-Jemen, wo es u. a. einen jungen Vulkan mit dem ungewöhnlichen und bezeichnenden Namen „Jabal al-Khattarin“(= Katharinen-Berg, ~2200m NN) 25 km südlich der nordjemenitischen Stadt Sa´dah gibt (KOPP 1993). Dieser könnte mit dem biblischen Berg Horeb identisch sein, der ebenfalls als aktiver Vulkan im Alten Testament geschildert (Bibel, Dt. 1. 1-3; Dt..4. 11,12, 15, 33, 36; Dt. 5. 22-26; Dt. 10. 4) und dort Gott/Jahwe als „verzehrendes Feuer“ beschrieben wird (Bibel, Dt. 4. 24). In dieser Region kommt auch -- im dort angrenzenden Grundgebirge -- ein sogenannter Schrift-Granit vor, wie der Autor bei einer geowissenschaftlichen Jemen-Exkursion im Jahre 1992 nach einem freundlichen Hinweis seines ehemals dort länger kartierenden Kollegen Dr. NEUMANN-REDLIN (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover) vor Ort in Erfahrung bringen konnte (KRUCK 1980/82). Bei einem Schrift-Granit sind -- durch eine Spielart der Natur beim Auskristallisationsprozess -- die beiden Minerale (grauer) Quarz und (weißer) Feldspat so eng und quer miteinander verwachsen sowie schnurartig epitaktisch auskristallisiert, dass sie ein täuschend ähnliches (hieratisch-ägyptisches bzw. altsemitisches) Schriftbild abgeben (Abb. 3a und b). Normaler Granit zeigt dagegen ein gleichmäßig körniges und richtungsloses Gefüge seiner Mineralbestandteile Feldspat, Quarz und Glimmer (5). Die Natur lässt sogar Schriftgranite entstehen, die dem minäisch-südsemitischen, dem ägyptisch-hieratischen und dem heutigen arabischen Schriftbild sehr nahe kommen (Abb. 3a, 3b und 3c; BÖHME 2007, Abb. 1). Der in Ägypten in der späten 18. Dynastie (Tuthmosis III. = Amenophis III.) um 1440 v. Chr. (das Volk Israel wird erst 1208 v. Chr. auf der Siegesstele von Theben des Pharao Mer-en-ptah namentlich in Palästina erwähnt) aufgewachsene und ausgebildete – also auch der amtlichen ägyptisch-hieratischen oder der minäisch-südsemitischen Schrift kundige -- Moses musste nämlich die ihm als Führer anvertrauten und zeitweise rebellierenden Israeliten zur Vernunft bringen, um seine Mission der Rückführung der Israeliten (auch das in Suleb/Norsudan unter Tuthmosis III. erwähnte Nomadenvolk der Sha Su der Arabischen Halbinsel) ins Gelobte Land nicht zu gefährden. Er setzte daher auch seine ganze Naturerfahrung als langjähriger Hirte im Gebiet einer (?Halb-)Wüsten-Oase seines damaligen Schwiegervaters Reguel („Priester Jetro“) im Lande Midian (vermutlich im südlichen Bereich der Arabischen Steppe/Halbwüste gelegen, Bibel, Ex. 2. 15ff.) und seine dadurch zusammen mit seiner Ehefrau -- der Nomadin Zipora -- erworbene naturwissenschaftliche Trickkiste ein (u. a. Manna als wichtiges Grundnahrungsmittel, Wasserschlagen am Fuße von Berg-/Felsmassiven, die mit Wüstenlack überzogen sind, 4. Mose 20. 7-11), um die Rückführung der Israeliten in das Gelobte Land, wo „Milch und Honig fließen“, nicht zu gefährden. Da nahezu alle Israeliten als ägyptische Sklaven schrift- und lese-unkundig waren, war es für ihn sehr leicht, die -- wegen des Tanzes um das Goldene Kalb (= ägyptischer Stierkult) von ihm damals in höchster Not entwickelten „Zehn Gebote“ aus den dortigen (nordjemenitischen) Schrift-Granit-Tafeln -- einen in der Wüste schalig-abplatztender Granit -- im Bereich des Berges Horeb/Katharinen-Berg aufzusammeln, zu bearbeiten und den Israeliten daraus „vorzulesen“. Dies geschah dann mit vollem Erfolg als belehrende Geschichte „im Auftrage Jahwes zur Beachtung dieser Zehn Gebote“. Wohlweislich verbot er seinem Volk vorher – natürlich im Auftrag des Herrn -- , ihm auf den aktiven Vulkan-Berg zu folgen (Bibel, Ex. 19. 12), um ungestört entsprechende Schrift-Granit-Tafeln -- nur solche weisen nämlich auf beiden Steinseiten ein doppeltes Schriftbild auf d. h. sie waren beidseitig lesbar im Gegensatz zu Texten auf Papyri oder Tontäfelchen (= offensichtlicher geowissenschaftlicher Beweis aus der Bibel!) -- in dessen Umgebung in Ruhe und Überlegung auszuwählen („zwei steinerne Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes auf beiden Seiten“, 2. Mose 31. 18 und 32. 15,16) und zu bearbeiten (2. Mose 34. 1 bis 4), um daraus eine glaubhafte und Erfolg versprechende Geschichte über die Zehn Gebote als Grundgesetze für seine aufmüpfigen Israeliten entwickeln zu können. Nicht ohne Grund wurden dann die beiden zweiten Gesetzestafeln -- die ersten beiden Gesetzestafeln hatte Moses aus Zorn wegen der Verehrung des Goldenen Kalbes durch die Israeliten zerschmettert (Bibel, Dt. 9. 9-17, 21; Ex. 32. 15,16,19) – mit anscheinend amtlichen ägyptisch-hieratischem oder auch minäisch-südsemitischem Schriftbild (EUTING 1896/1914), um den schreib- und lese-unkundigen Israeliten die Einsicht zu verweigern, in die Bundeslade und diese danach in den Tempel von Jerusalem bzw. Silo verbracht (Bibel, Dt. 10. 1-5; Ex. 34. 1, 4, 28; Ex. 37. 1-9, Ex 38. 1-7). Sie wurden später nie mehr wieder öffentlich gezeigt. Warum wohl? Vielleicht, weil sie nur ein verräterisches amtlich-ägyptisches Schriftbild (= pseudo-hieratisch) aufwiesen, dessen Geheimnis bewahrt werden sollte? Interessant ist auch, dass Moses nach der Bibel während seiner weiteren Reise ins Gelobte Land bis zum Berg Nebo den (vermeintlichen) Inhalt der Gesetzestafeln, die damals sanktionslosen und nicht strafbaren Zehn Gebote, immer wieder rezitierte, um sattelfest zu bleiben. Die Geheimhaltung der Gesetzestafeln gilt auch für deren (eventuelle) Verbringung nach Süden über das Niltal zur Insel Kanakirkos im Tana-See nach St. Maria von Zion bei Aksum (Äthiopien) durch König Menilek I. (Etna Hakim), dem (angeblich) gemeinsamen Sohn von König Salomo und der jemenitisch-äthiopischen Königin von Saba (Bilkis-Makeda) im 10 Jahrhundert v. Chr. (ab 960 v. Chr. ist laut Bibelüberlieferung die Bundeslade nicht mehr in Jerusalem), der dann in Äthiopien nach ihrer Rückkehr geboren wurde (äthiopische Überlieferung nach JUNGE & SEYBOLD 2002, S. 12/13). Er war als Nachfolger der Königin von Saba im damaligen Herrschaftsgebiet „Jemen-Dschibuti-Eritrea-Äthiopien“ (= Weihrauchländer) auch Begründer der fast drei Jahrtausende währenden Negus-Dynastie in Äthiopien mit dem letzten Negus (Kaiser) Haile Selassie I. (1892-1975). Die Existenz der jemenitischen, Juden und der äthiopisch-eritreischen, dunkelhäutigen Juden (= Fallaschen) in den Provinzen Gondar und Tigre (Äthiopien) sowie im Jemen, also auf beiden Seiten des Roten Meeres, insbesondere vor ihrer Repatriierung nach Israel am Ende des 20. Jahrhunderts (um 1985), sprechen eine deutliche Sprache. Sie könnte u. U. auch genetisch erforscht werden, um diese Fallaschen (= Fremdlinge) als Nachfolger des biblischen Stammes Dan zu identifizieren. Die Geheimhaltung der Gesetzestafeln in der Kirche St. Maria von Zion bei Aksum (N-Äthiopien) hält heute noch an.
Ebenso stammt die sehr einprägsame Form des Siebenarmigen Leuchters (= Menora) der Israeliten von der beiderseits des Roten Meeres (Asir und Eritrea) vorkommenden, endemischen Form der Kandelaber-Wolfsmilch (Euphorbia candelabrum KOTSCHY) ab (Abb. 4), wie dies im Alten Testament (2. Mose, 25, 40) prägnant ausgesagt wird: „Und siehe zu, dass du es (= den Leuchter/Menora; Anmerkung des Autors) machst nach dem „Bilde“ (= Kandelaber-Wolfsmilch; Anmerkung des Autors), das du auf dem Berg gesehen hast“. Dies ist ein weiterer wichtiger Hinweis über die Herkunft der Israeliten in der ägyptischer Knechtschaft im Bereich der Bergregionen (>1.000m) im Südbereich des Roten Meeres (Land Asir, Jemen), zumal die Kandelaber-Wolfsmilch im damaligen Nil-Ägypten völlig unbekannt ist bzw. war und nur im damaligen Großreich Ägypten eine sinnvolle Erklärungsmöglichkeit bietet.
Abb. 4: Junge endemische Kandelaber-Wolfsmilch (Euphorbia candelabrum KOTSCHY) aus den Bergregionen Asir (südliches Saudi-Arabien)-Nord-Jemen-Eritrea als Vorbild für den Siebenarmigen Leuchter (= Menora) des Alten Testaments der Israeliten (Photo: Verfasser)
Als Moses nach „40-jähriger Auswanderzeit“ (wahrscheinlich 40 Mondjahre d. h. 364:27,3 = 13,3 Mondzyklen pro Jahr ergeben dann 3 Jahre Reisezeit, was ja entfernungsmäßig eher passen würde) durch die Arabische Steppe/Halbwüste (aufgrund neuerer paläoklimatischer Erkenntnisse) – zum Schluss durch die Wüste Pharan (4. Mose 13. 3) und dem Lande Chasso im heutigen Süd-Jordanien -- mit den Israeliten dann im heutigen westjordanischen Bergland östlich des Jordans im Moabiterland gegenüber der Stadt Jericho ankam, sah er vom Berg Nebo (Gebirge Abarim-Pisga, 5. Mose 32. 48-52; 34. 1) aus das vor ihm liegende Gelobte Land Kanaan und verstarb alsbald im Alter von „120 Jahren“ (Bibel, 5. Mose 34.), ohne selbst Kanaa/Palästina erreicht zu haben. Eine Auswanderung der Israeliten aus Unter-Ägypten z. B. von Pi Ramasse via Halbinsel Sinai über die Korallenschwelle am Südausgang des Golfes von Aquaba (= Rotes Meer) via Arabien nach Kanaa macht sowohl aus zeitlichen (Reisezeit <1 Jahr) als auch aus geographischen Gründen (warum ein Umweg nach Osten via Arabien) wenig Sinn, zumal Moses die geographischen und logistischen Verhältnisse des heutigen Gebietes Palästina/Arabien als Berater des ägyptischen Pharaos durchaus geläufig gewesen sein dürften. Außerdem gibt es bekanntermaßen bisher keinen einzigen archäologischen Hinweis oder Beleg für den Durchgang der Israeliten durch die Halbinsel Sinai (ARTE-TV-Sendung 2009). Als Führer des israelitischen Volkes ins Gelobte Land konnte Moses nicht einfach blindlings aufbrechen, sondern hatte sich sicherlich vorher über das Zielgebiet des Gelobten Landes und die dazu praktisch erforderlichen Marschrouten und Etappen dorthin sicher ausreichend informiert. Er war eben ein hervorragender Logistiker, Psychologe, Naturbeobachter und Reiseleiter. Heute hätte er sicher den Rang eines „Senior Ranger“ erhalten.
Abb. 5: Normaler Granit in vier verschiedene Varietäten (Fichtelgebirge, Leg.: Steinmetz J. GEORGI, Kulmbach) mit richtungsloser, körniger Verteilung seiner Mineralbestandteile: Feldspat (weiß bis rötlich), Quarz (grau) und Glimmer (schwarz), „die vergess´ ich nimmer!“ Maßstab: Länge der Gesteinsunterkante 15cm (Foto: Verfasser).
Sämtliche Städte in Unter-Ägypten z. B. Pithon und Pi Ramasse geben bisher – trotz intensiver Sucharbeiten -- keine archäologischen Hinweise auf eine Anwesenheit von Israeliten in der 18. Pharaonen-Dynastie (u. a. ZDF-Sendung Terra X vom 06. 03. 1994) in Afrika.
Nun soll auch einmal der in der Bibel beschriebene Durchgang durch das Schilfmeer (= Rotes Meer) einmal aus naturwissenschaftlicher Sicht näher untersucht werden. Wie die Bibel berichtet, blies ein langandauernder Sturm von Nordosten aus der Wüste ablandig ins Meer hinein. Daher kann es auf der Nordostseite des Roten Meeres bei einem recht flachen Strandabschnitt und einem begrenzenden Küsten-Felskliff eines landseitig kaum überschreitbaren, angrenzendes Gebirges (Bereiche Nord-Jemen Land Asir) zeitweise zu einem Zurückweichen des Meerwassers um größere Distanzen kommen, so dass ein großer Strandstreifen plötzlich trocken lag und sich zum bequemen Fortkommen von Moses und seinen Israeliten nach Norden direkt anbot. Der clevere und naturerfahrene Moses wusste offensichtlich von diesem örtlichen Phänomen, nutzte es aus und lockte die nachfolgenden Ägypter in eine Natur-Falle bei plötzlich nachlassendem Sturm, als das Meer ziemlich schnell wieder den trockenen Strandabschnitt bis an die Küstenkliffzone überschwemmte. Eine ähnliche prekäre Situation überlebte der Verfasser hautnah bei geowissenschaftlichen Arbeiten in der Bay of Fundy (Nova Scotia, Ost-Canada) im Jahre 1972 mit viel Glück, als rasend schnell die Flutsituation (normale Tideunterschiede von 16m!) – unterstützt durch einen auflandigen Wind – einsetzte, und er mit Kollegen in den steilen, wegen Algenbewuchses nicht erkletterbaren Kliffbuchten zeitweise eingeschlossen war und nur durch ein zufällig vorbeikommendes Boot gerettet werden konnte. Das den Israeliten nachsetzende ägyptische Heer hatte damals bekanntlich weniger Glück, weil die Streitmacht auf eine so relativ seltene meteorologisch-marinhydraulische Situation einfach nicht vorbereitet war und ertrank. Eine andere Möglichkeit, dass ein Tsunami-Ereignis sich abgespielt haben könnte, ist sehr unwahrscheinlich, weil örtlich und zeitlich nicht kalkulierbar.
Die Reiserouten nach Osten erfolgten alle über das Rote Meer, den Golf von Aden, der Insel Sokotra und das Arabische Meer (= nördlicher Indischer Ozean, Abb. 1 und 2), die man auch als marine Seidenstraße (hiermit) im Gegensatz zu der bisher bekannten Seidenstraße (= kontinentale Seidenstraße, hiermit) bezeichnen kann. Der Bereich des Mittelmeeres kommt als mögliche Fernhandel-Reiseroute wegen des Spektrums der überwiegend endemischen Importwaren aus Südasien und den mehrjährigen Reisezeiten keineswegs in Frage. Auch gibt es dazu bisher keine entsprechenden Hinweise.
Der Ausgangspunkt aller (fernöstlicher) Handelsreisen war damals das nördliche Rote Meer, der Golf von Suez (u. a. Hafenstadt Koptos, Ägypten, mit intensiven marinen Handelsverbindungen durch das Rote Meer (u. a. Massa Gawasis) über den Indischen Ozean (nach STRABO, S. 1139) bzw. den Golf von Aquaba (Israel: Ezeon-Geber bei Eloth am Schilfmeer = Rotes Meer: Bibel, 2. Chronik 8. 17,18; 1. Könige 9. 26) und nicht die (östliche) Mittelmeerküste. Bezeichnenderweise gibt es heute noch an der Südspitze der Halbinsel Sinai bei Sharm el-Sheik ein Gebiet mit dem Namen „Ophira“. Dies könnte eventuell der Ausgangspunkt für die Handelsreisen ins ferne Land Ophir gewesen sein, von dem die Handelsflotten König HIRAM´s von Tyros -- von König SALOMO von Israel beauftragt -- ihre mehrjährigen Reisen in die Ferne starteten. König SALOMO (RZ ~968-926 v. Chr.), der durch die Ermordung seines älteren Bruders Adonia nach dem Tode seines Vaters König DAVID (RZ ~1005-968 v. Chr., verheiratet mit Batseba) die Macht errang, war seit ~965 v. Chr. mit Tascheri (Zara), der Tochter des ägyptisch-libyischen Pharaos Si-amun (RZ ~979-960 v. Chr., 6. Pharao der 21. Dynastie) verheiratet. Sie erhielt als Mitgift den (heutigen) Bereich Gaza mit der alten Stadt Gezer übereignet. Aus dieser Verbindung gingen die beiden Töchter Basemat (* ~963 v. Chr.) und Taphat (* ~960 v. Chr.) hervor. Bereits König David bezog Handelswaren (u. a. Gold, Silber, Eisen, Erze, Edelsteine, Rubine, Onyx, Pfauen, Pfeffer, Sandelholz) aus dem fernen Lande Ophir (1. Chronik 29. 2, 4). Was waren das damals für friedliche Zeiten zwischen den beiden semitischen Bruder-Völkern, den Arabern und den Hebräern/Israeliten! Es wird berichtet, dass König Salomo Handel mit der alten Hafenstadt Tarsis im heutigen Sri Lanka (früher: Taprobane-Insula nach PTOLOMAIOS 1472) betrieben habe und Edelsteine (Rubine, Saphire und Topase) aus dem Bergwerksort Radnapura im Inselinneren bezog (Phoenix-TV-Sendung „Magische Welten – Sri Lanka“ 2007). In der Bronzezeit benötigten die damaligen Herrscher jedoch das (kriegs-)wichtige Metall Zinn, um zusammen mit den einheimischen Kupfervorkommen nördlich des Golfes von Aquaba (Bereich Timnah) die entsprechend härtere Bronzelegierung zu erschmelzen (~90% Kupfer und ~10% Zinn). Woher jedoch wurde im zinnarmen Vorderen Orient/Ägypten das kriegsstrategisch wichtige Zinn bezogen? Jenseits des Indischen Ozeans im Bereich der Straße von Malakka zwischen der Halbinsel Malaysia im Norden und der Insel Sumatra im Süden liegen die beiden Inseln Bangka und Billiton, wo der Zinnstein (= SnO2) als offen liegendes Strandseifen-Vorkommen seit dem Altertum bekannt ist, entsprechend – bis zum heutigen Tage – abgebaut und als wichtiges Handelsgut u. a. als Grundlage für Bronzelegierungen vertrieben wurde und wird. Interessant ist nun, dass das archäologisch bekannte Goldland Srivijaya (= strahlender Sieg; Hanse des Ostens) ebenfalls in dieser Region (Sumatra = Goldinsel) vorhanden war (später um 1.000 n. Chr.), wobei die Granitvorkommen in West-Sumatra als Goldbringer für die Seifenlagerstätten der nach Osten entwässernden Flüsse Sundrai-Indragiri und Mahat-Batang Hari dienten. In diesem reichen Land der noch heute matriarchalisch geprägten Minankabao mit weit verbreiteten Megalith-Bauwerken liegt der Berg Gunung Ophir (2912m NN) etwa 100km NNW von der heutigen Stadt Padang, dessen Name auch einen deutlichen Hinweis auf das alte Goldland Ophir (Sumatra = Goldinsel) des Königs Salomo abgibt.
Die Reisezeiten waren sehr ausgedehnt und betrugen 2 bis 4 Jahre, i. d. R. 3 Jahre (Bibel, 1. Könige 10. 22, Inschriften im Tempel der Hat-schepsut in Deir el-Bahari, Oberägypten) und belegen weite Fernreisen jenseits des Indischen Ozeans (Südost-Asien). Auch werden dort Pfahlbauten abgebildet, die typisch für Südost-Asien (z. B. Indonesien, Malaysia und Thailand) sind. Insofern kommen dafür näherliegende Länder beiderseits des Roten Meeres, z. B. Eritrea, Äthiopien, Dschibuti und Somalia, oder gar der Bereich des Mittelmeeres für diese Langreisen einfach nicht in Betracht. Es gibt jedoch auch Schilderungen von kürzeren Reisen von 6 Monaten Dauer von Koptas/Nil über das Wadi Hamamat nach dem Hafen Massa (Mersa) Gawasis am Roten Meer nach den bekannten Weihrauchländern am Ausgang des Roten Meeres (MORONI 2008, ARTE 2009). Der Punt-Bericht von Henemut, dem Schreiber der Pharaonin Hat-schepsut, schildert jedoch einen König Pari mit seiner (schwangeren) Königin Iti im fernen Lande Punt. Diese Namen sind eigentlich typisch für Südost-Asien und nicht im Bereich des Roten Meeres verbreitet.
Die Seewege im Indischen Ozean waren den asiatischen seefahrenden Völkern (z. B. den Chinesen, Malaien) seit dem Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. wohl bekannt (marine Seidenstraße: Japan/China-Malakkastrasse-Ceylon = Taprobane Insula-Calicut/Vorderindien-Arabisches Meer-Insel Sokotra-Aden-Rotes Meer/Marsa Ganosis-Landweg durch das Wadi Hammamat nach Theben/Luxor-Nildeltahäfen-Mittelmeer). Mehr als ein Jahrhundert vor dem Portugiesen Vasco da Gama (1468-1524 n. Chr.) erkundete auch der chinesische Marineheerführer Admiral Zheng He (1371-1433 n. Chr.) im kaiserlichen Auftrag (erster Ming-Kaiser Jongle) ab 1405 n. Chr. mit 7 Groß-Expeditionen (eine Armada von bis zu 150m langen, 9-mastigen Groß-Dschunken) den gesamten Indischen Ozean (Ceylon, Indien, Arabien, Persischer Golf, Rotes Meer) bis zum heutigen Mombasa an der Ostküste Afrikas (ARTE/ZDF-Sendungen). Außerdem ist zwischenzeitlich bekannt, dass die meererprobten Seevölker/Kelten/Phönizier auf beiden Seiten des Atlantiks damals Handel betrieben. So gibt es aus Nord-, Mittel- und Süd-Amerika Berichte und Belege von großen, hell- und blauäugigen Menschen mit Bärten (u.a. Chachapya, Nord-Peru, mit Mumien-Gräbern in Felshöhlen und phönizischen Inschriften; Tifinagh-Inschriften im Stein von Peterborough/Ontario, Kanada zum transatlantischen Kupferhandel um 1.700 v. Chr., ORTLAM 2009), die über das große Meer kamen und wieder verschwanden mit dem Hinweis, wiederzukommen. Die fatalen Folgen hierzu bei der spanischen Unterwerfung der Azteken und Inkas sind zwischenzeitlich wohl bekannt.
Die Passat-/Monsun-Winde mit ihren halbjahreszeitlich um etwa 180° wechselnden Windrichtungen des (nördlichen) Indischen Ozeans/Arabischen Meeres waren den seefahrenden Völkern wohl bekannt, um diese über große Distanzen zum Segeln für die Hin- und Rückreise zu nutzen, da das Kreuzen gegen den Wind damals technisch noch nicht möglich war (Fehlen eines Schiffskieles). Das portugiesische Wort „Monsun“ leitet sich nämlich vom arabischen Wort „mausin“ (= für die Seefahrt geeignete Jahreszeit) ab (trockener Nordost-Monsun im Januar und Südwest-Monsun mit Regen im Juli). Daher die lange Reisezeit von durchschnittlich drei Jahren, wobei noch ein viel längerer Zeitraum für den umfangreichen Warentausch (Naturalienhandel) zu berücksichtigen ist, da das Geld damals noch nicht erfunden war. Die Besegelung der Küste Ostafrikas u. a. bis nach Simbabwe hätte nicht mehr als ein Jahr gedauert und ist daher kaum plausibel (MOSER 1996), weil sie handelsmäßig den Ägyptern bereits bekannt war und bereits bedient wurde (u.a. Schiffsexpeditionen um Afrika von Pharao Tuthmosis I. (RZ 1504-1492 v. Chr.) ff. um 1500 v. Chr.).
Die Insel Ceylon/Sri Lanka (= Taprobane Insula nach PTOLOMAIOS, publiziert 1472) war das bedeutendste antike Zentrum beim marinen Ost-West-Handel und umgekehrt im Indischen Ozean, ähnlich dem heutigen Handelszentrum Singapur in der Straße von Malakka. Entsprechend (übernatürlich) groß wird Ceylon in der antiken Weltkarte des PTOLOMAIOS (publiziert: 1472) dargestellt (Abb. 1). Auch die erst am Ende des 20. Jahrhunderts in der Sarayi Library in Istanbul rekonstruierte Weltkarte des Bagdader Kalifen AL-MA´MUN (RZ: 813-833 n. Chr.) weist die Inseln Ceylon und Sokotra als bedeutende Handelstransfer-Stationen aus (Abb. 2).
Die Benennung der Insel „Sophala“ als Handelsstation im Indischen Ozean (Forschungen von Karl MAUCH; Stetten/Baden-Württemberg, im 19. Jahrhundert mit Hinweisen auf die umfangreichen Goldvorkommen in Simbabwe = Haus der Steine) deutet auf die heutige Insel Sokotra (Jemen) als wichtige Fernhandelsstation des Altertums hin. Sie ist die erste Anlaufstation für die wetterabhängige Überquerung des Indischen Ozeans von Osten nach Westen mit dem (trockenen) Nordost-Monsun (= heutiger Findlater-Jet der Ozeanographie, JGOFS 1999) in den Golf von Aden (= Maribus Busum nach PTOLOMAIOS) und das Rote Meer (= Arabicus Sinus nach PTOLOMAIOS). Umgekehrt war sie wichtiger Startpunkt für die West-Ost-Überquerung des nördlichen Indischen Ozeans mit dem (regenreichen) Südost-Monsun, der den seefahrenden Völkern bereits vor >3500 Jahren bekannt war und für den marinen Fernhandel im Indischen Ozean genutzt wurde. Außerdem war die (Sindbad-) Insel Sokotra als Apotheke des Altertums mit ihren endemischen Pflanzen (u. a. Drachenblutbaum, Dracaena cinnabari; Weihrauch, Boswellia carteri/sacra, Myrrhe, Comiphora spec.) und Tieren sowie der Produktion von seltenen Färbe-/Heilmitteln und Parfümen bekannt. Der Schiffbau der arabischen Dhaus, einer Weiterentwicklung des Wikingerschiffes und der Hansekogge durch die phönizischen Einflüsse, war außerdem Voraussetzung zur Besegelung des Indischen Ozeans für den von Sokotra ausgehenden internationalen Handel (= Seidenstrasse des Meeres).
Das Alter der Rundsteinhaus-Ansiedlungen von Simbabwe geht jedoch nach neuesten Erkenntnissen mit 14C-Datierungen (KIRCHNER´s ZDF-Film zum Leben von Karl MAUCH 2005) auf das späte Mittelalter (nach 1000 n. Chr.) zurück. Insofern sind auch die entsprechenden Ausführungen von MOSER (1996) über die Lage des Goldlandes Ophir in Simbabwe bzw. Afrika (MORONI 2008) erheblich zu relativieren und aus den vorgenannten Gründen abzulehnen..
Der wichtigste Hinweis und Beweis auf die Lokalisation des antiken Goldlandes ergibt sich jedoch aus dem Spektrum ihres typisch endemischen Handelsgutes: Silber (Argentum), Sandelholz (Santalum album), Rhesus-Affen (Macaca fascicularis bzw. mulatta), Zimtstangen (Cinnamomun spec.), asiatischer Leopard (Panthera pardus), Pfeffer (Piper nigrum der indischen Malabarküste), Rubine (Edelsteine/Ceylon) und Pfauen (Pavo cristatus, Abb. 6) sind eindeutig endemische Vorkommen aus Vorder- und dem ferneren Hinterindien/Sumatra sowie Ceylon/Sri Lanka und kommen keineswegs in Afrika vor. Auch Weihrauch (Boswellia carteri bzw. sacra), Myrrhe (Comiphora spec.), Gold, Edelsteine (u. a. Rubine, Saphire, Topase), Elfenbein (vom zähmbaren Indischen Elefanten), exotische Fische des Indischen Ozeans und zähmbare Affen (Hut-Makaken) deuten auf die vorgenannte Region hin, aber eben nicht ausschließlich. Es ist bisher keine Quelle bekannt geworden, dass in der entsprechenden Pharaonenzeit mit afrikanische (Menschen-) Affen sowie mit Edelsteinen nach Ägypten und Israel gehandelt wurde, dagegen wurden Gold, Straußenfedern und Elfenbein vom (wilden) Afrikanischen Elefanten aus dem Lande Kusch (= Sudan) sowie Paviane vom Horn von Afrika nach Ägypten gehandelt. Dabei stellt der Strauss ein eindeutig endemisches Element für Afrika dar. Den edlen asiatischen Pfau (Abb. 6) bekam auch Alexander d. Gr. zum ersten Mal auf seinem Feldzug nach Nord-Indien zu Gesicht (326 v. Chr.). Er diente in den Königs- und Kaiserhäusern (z. B. China) sowie der Pharaonen des Altertums als exquisites Statussymbol und ist auch nach der Gründung von Alexandria/Nildelta (332 v. Chr.) in den dortigen Bodenmosaiken, im Kaiserpalast von Peking sowie in Georgien (Kaukasus) verewigt worden. Ebenso verhält es sich mit dem betörend duftenden und nur in Südasien beheimateten Sandelholz und dem (u. a. antiseptisch wirkenden) Weihrauch/Myrrhe von naheliegenden Reicharabien (Oman/Jemen/Eritrea/Äthiopien = Weihrauch- und Myrrhe-Länder). Diese Heilwirkung des Weihrauches und der Myrrhe wurde und wird heute noch bewusst oder unbewusst in Kirchen/Tempeln mit großen Menschenansammlungen eingesetzt ( z. B. in der Bota fumera/miera (= großes Weihrauchgefäß) in der Pilgerkirche von Santiago de Compostela in Nordwest-Spanien), um Massenepidemien (z. B. Pest, Cholera, Grippe) zu verhindern bzw. einzudämmen. Selbst die heutige Schulmedizin entdeckt wieder gewisse positive Heilwirkungen durch den Gebrauch des Weihrauchs z. B. im rheumatischen und dementischen Formenkreis.
Das Goldland Punt bzw. Ophir kann auch aus geowissenschaftlicher Sicht gar nicht in den afrikanischen Ländern direkt südlich des Roten Meeres (= Arabicus Sinus nach PTOLOMAIOS) wie z. B. Eritrea, Äthiopien, Dschibuti, nördliches Somalia angesiedelt werden. In diesen Gebieten besteht nämlich der möglicherweise erzbringende Festgesteinsuntergrund – mit einigen örtlichen granitoiden Ausnahmen in Eritrea (z. B. Gasch River) -- überwiegend aus basischen Tiefengesteinen und Vulkaniten (z. B. Basalten) der plattentektonisch bedingten Afar-Zone, so dass eine Goldbringer-Funktion dieser basischen Gesteine geochemisch ziemlich ausgeschlossen ist. Nur saure magmatische Gesteine (z. B. Granite, Quarzgänge im alten Goldland Srivijaya nördlich und südlich der Malakka-Straße) und deren Ergussderivate liefern die primären Goldvorkommen auf unserer Erde (Abb. 7, links), die dann sekundär in den schwerkraftbedingten, fossilen Seifenlagerstätten in größeren Mengen (z. B. Nuggets, Abb. 6, rechts) angereichert werden können. Die Granit-Gebiete im Süden Ägyptens und im Sudan waren daher für die alten Pharaonen die bedeutendsten Goldlieferanten.
In der Tempel-Anlage des Baumeisters und Liebhabers der Pharaonin Hat-schepsut von Deir el-Bahari sind außerdem noch Darstellungen von Pfahlbauten der großen Punt-Expeditionen der Pharaonin Hat-schepsut dokumentiert. Soweit bekannt kommen solche Pfahlbauten im Umfeld von Afrika (z. B. Rotes Meer) nicht vor. Pfahlbauten sind jedoch noch heute an den Küsten des östlichen Indischen Ozeans (Indien, Birma, Thailand, Malaysia, Indonesien) weit verbreitet. Ein weiterer wichtiger Hinweis auf die großen Reise-Distanzen mit den entsprechenden Zeitlängen der Punt-Expeditionen der Pharaonin Hat-schepsut.
Nun ergibt sich zwischenzeitlich (FRANZ 2014) ein erneuter Beweis zur Lage des Goldlandes Ophir in Indien und Sri Lanka (ehemals Ceylon) durch den direkten Handelsnachweis mit dem dort endemischen Zimtbaum (Cinnamonum spec.) bzw. deren Produkten durch 3.000 Jahre alte archäologische Funde (GILBOA, SHARON & FINKELSTEIN/Israel) von kleinen Tongefässen (= Ton-Flakons) mit Zimtinhalten in Tel Dor 30km südlich von Haifa(Israel), so dass ein intensiver Handel auf der marinen Seidenstrasse zwischen Levante/Palästina durch das Rote Meer direkt nach Indien/Ceylon in der Zeit zwischen 1.100 bis 850 v. Chr. jetzt auch belegt ist. Dieser Zeitabschnitt liegt nun genau in der Regierungszeit der Königs SALOMO (RZ: ~968-926 v. Chr.), der damals seinen nördlichen Nachbarn, dem phönizischen König HIRAM von Tyros, beauftragte (siehe o. g. Punkt 11.), mit seinen seeerfahrenen Leuten diesen Handel auf der marinen Seidenstrasse jenseits des Indischen Ozeans gemeinsam mit SALOMO zu betreiben. Sie starteten damals vom bereits o. g. Ophira am Golf von Aquaba (Südspitze der Halbinsel Sinai) aus zu ihren fernen und langjährigen Handelsreisen. Wäre dies heute nicht ein Modell zur Befriedung der Levante/Palästina (Vorderer Orient)?
Abb. 6: Der Pfau (Pavo cristatus), ein südasiatischer Endemit (= Spezies aus seiner ursprünglichen Heimat Indien/Ceylon/Hinterindien); männliches Exemplar mit vollkommenen Federschmuck.
|
Abb. 7: Natürliche Gold-Vorkommen: links als primäre Goldausscheidung in einem Gangquarz (weiß) eines sauren Magmatits (z. B. Granit) rechts als Gold-Nugget einer sekundären Seifen-Lagerstätte (Fundorte: Nordwest-Australien). Eigentum des Verfassers (Foto: Verfasser).
|
|
2. Zusammenfassung der Ergebnisse
Das Land Ägypten hatte im Neuen Reich (18. Dynastie) unter den Pharaonen Tuthmosis I. bis III. und der Pharaonin Hat-schepsut durch Neueroberungen im 16./15. Jahrhundert vor Christus und später unter Ramses II. im 12. Jahrhundert eine sehr große Ausdehnung über die ganze arabische Halbinsel bis ins Zweistromland und bis ans Horn von Afrika erlangt, was bisher in Bezug auf den lokalen Aufenthalt des umgesiedelten und versklavten Volkes der Israeliten kaum Berücksichtigung fand. Groß-Ägypten (unter Pharao Thutmosis III., RZ ~1458-1425 v. Chr. und später unter Ramses II. RZ 1279-1213 v. Chr.) beinhaltete damals nämlich auf der afrikanischen Seite den Sudan, Äthiopien, Eritrea und das Horn von Afrika (heutige Provinz „Puntland“ von Somalia = „Geh und melke“), auf der asiatischen Seite Palästina, Syrien, die Halbinsel Arabien (einschließlich Jemen und Oman wegen der bedeutenden Weihrauchstraße) bis zum Zweistromland. Das Rote Meer war also ein ägyptisches Meer und diente als Teilstrecke der wohlbekannten Fernhandelsroute („Marine Seidenstrasse“) durch den Golf von Aden, das Horn von Afrika und der Insel Sokotra bis nach Südostasien. In die neueroberten Länder wurden unterworfene Völker (z. B. die Israeliten) zwangsumgesiedelt, wie dies in der Vergangenheit immer wieder geschah. Auf diese Weise kamen die versklavten Israeliten an die Südspitze der Arabischen Halbinsel, um dort dem neuen Ägyptischen Großreich mit der Hauptstadt in (!)Theben zu dienen. Von dort aus traten die Israeliten unter ihrem Führer Moses, der ja bekanntlich in amtlich-ägyptischen Diensten stand und hervorragende Kenntnisse von Arabien hatte, die weite Heimreise durch die Arabische Steppe/Halbwüste und entlang des Roten Meeres ins Gelobte Land an (Reisedauer etwa 3 Jahre; um 1440 v. Chr. oder später um 1240 v. Chr.). Irgendwelche Hinweise oder Belege für eine Reise durch die Halbinsel Sinai aus Unter-Ägypten (z. B. der Stadt Pi-Ramasse) gibt es bis zum heutigen Tage in der Bibel nicht. Außerdem ist der in der Bibel mehrfach beschriebene Vulkan-Ausbruch auf der Halbinsel Sinai nicht dokumentiert und schlichtweg aufgrund der heute bekannten geologischen Gegebenheiten dort nicht zu belegen. Vielmehr sind diese biblischen Schilderungen eher im Nord.Jemen/Land Asir (Saudi-Arabien) anzusiedeln. Es ist außerdem nicht verwunderlich, dass König Salomo (RZ ~968-926 v. Chr.) deshalb ~500 bzw. ~300 Jahre später mit der dortigen Königin von Saba (Bilkis-Makeda) direkte Kontakte aufnahm, die dann zur Gründung des Äthiopischen Kaiserreiches unter Menilek I. führte. Interessant ist jedoch die Ansicht VELIKOWSKY´s (nach HEINSOHN 1979), der eine direkte zeitliche Beziehung von König Solomo und der Pharaonin Hat-schepsut (alias Bilkis, Königin von Saba) postuliert. Diese These hat durchaus einen gewissen Charme, da die Reisen nach Punt und Ophir von beiden Herrschern ziemlich identisch berichtet werden. Jedoch ist die Beweisführung keineswegs zwingend, da Salomo bekanntlich die Tochter Tascheri des Pharaos Si-amun (6. Pharao der 21. Dynastie) heiratete und als Mitgift – ausgerechnet -- das Gaza-Gebiet in Palästina mit der alten biblisch erwähnten Stadt Gezer erhielt. Die heutige politische Situation hat sich doch etwas zum Nachteil gegenüber früheren Zeiten verändert!
Weitere ~ 450 Jahre später wurden die Israeliten dann unter babylonischen König Nebukadnezar II. (RZ ~605-562 v. Chr.) im Jahre 587 v. Chr. abermals besiegt und in die Babylonische Gefangenschaft (~597-538 v. Chr.) geführt, um nach ~50 Jahren Gefangenschaft wieder vom siegreichen Perserkönig Kyros II. (RZ ~559-529 v. Chr.) entlassen zu werden: ein Teil der Israeliten ging zurück ins ehemalige Gelobte Land (= Palästina), ein Teil wanderte über Persien nach Indien/Kaschmir aus und ein dritter Teil siedelte sich ausgerechnet an der Südspitze der Arabischen Halbinsel, im heutigen Jemen und dem Land Asir/Saudiarabien (= ehemaliger Teil des früheren ägyptischen Großreiches zu Beginn der 18. Dynastie mit den damals umgesiedelten und versklavten Israeliten!), wieder an, was durchaus Sinn macht. Offensichtlich gab es noch alte Bezüge zur früheren pharaonischen Skavenzeit. Diese jemenitischen Israeliten kehrten dann erst am Ende des 20. Jahrhunderts (ab 1985) – zusammen mit den Fallaschen (= Fremdlinge), den äthiopischen, dunkelhäutigen Juden Afrikas – wieder ins Gelobte Land (= heutiges Israel) zurück.
Durch die Schilderungen über die Monsun- und Tauschhandel-bedingten, langen Reisezeiten (>3 Jahre) in das Land Punt bzw. Ophir sowie der endemischen Handelswaren (Silber, Sandelholz, Zimt, Pfeffer, Pfauen, Makaken, asiatische Leoparden) – neben Gold, Zinn, Edelsteinen (Rubine, Saphire und Topase), Myrrhe und Weihrauch sowie exotische Fische und Pfahlbauten -- kommen nur Länder jenseits des Indischen Ozeans als Handelsländer in Frage. Das Rote Meer bis zum Horn von Afrika konnte bei der damals bereits hoch entwickelten Schiffbau- und Segeltechnik in ein paar Monaten besegelt werden, und die Besegelung der Ostküste Afrikas hätte maximal bis zu einem Jahr Zeit in Anspruch genommen. Somit lassen sich für die sagenhaften Länder Punt und Ophir nur die Insel Sri Lanka, das südliche Vorderindien und noch Hinterindien mit Birma, Thailand, Malaysia und Indonesien (mit den typischen Pfahlbauten) identifizieren, wobei Sri Lanka (Taprobane Insula nach PTOLOMAIOS, publiziert erst 1472 n. Chr., Abb. 1) als das eigentliche Handelszentrum von Punt/Ophir (wo es bekanntlich auch Rundhütten gibt) für die ägyptischen Pharaonen und den israelitischen König Salomo betrachtet werden kann. Dass auf der Rückreise dann auch noch endemische Waren (z. B. Weihrauch, Myrrhe und Paviane) aus dem Umfeld des Roten Meeres (z. B. Dhofar/Oman, Insel Sokotra/Jemen, Adulis/Kohaito/Eritrea und dem somalischen Puntland am Horn von Afrika) als Zuladung während der Rückreise nach Ägypten aufgenommen wurde, versteht sich aus logistischen Gründen von selbst. Es müssen jedenfalls zeitlich kürzere Handelsreisen im Bereich des Roten Meeres bis zum Horn von Afrika (Stichwort: Weihrauchhandel) und wesentlich längere Handelsexpeditionen jenseits des Indischen Ozeans in die Länder Punt und Ophir auf der marinen Seidenstraße unterschieden werden. „Oazapft is, auch für die Politik!“
3. Danksagung
Die Firma Capaz G.m.b.H., Oberkirch (Direktor Dr. G. KOCH und seine Mitarbeiter St. KOCH, J. HUBER und P. NEUHORST) und mein Sohn, Dr. A. ORTLAM (Rotenburg/W.) unterstützten die Umsetzung der vorstehenden Arbeit ins Internet. Frau M. STEINBACH (Bremen) und Herr Dr. V. von SECKENDORFF (Würzburg) gaben Hinweise zum Umfeld von König Salomo bzw. zum Totentempel der Pharaonin Hat-schepsut in Deir el-Bahari (Ober-Ägypten). Herr Prof. Dr. H. KULKE (Kiel) gab wichtige Hinweise zum alten Goldland Srivijaya im Bereich der Straße von Malakka (Sumatra/Malaysia; ARTE.TV-Sendung vom 03. 01. 2009). Schließlich gab mein Sohn Dipl.-Chemiker Jürgen Ortlam (Essen/Düsseldorf) als ausgebildeter Großsegler („Alexander von Humboldt“) wichtige Hinweise zu den historischen (kiellosen) Segelfahrten im Indischen Ozean mit Hilfe der verschiedenen Monsune, da zu dieser (kiellosen) Zeit keine Möglichkeit bestand, gegen den Wind zu kreuzen. Weitere Hinweise erhielt ich von Herrn Rabbiner Teutelbaum (Bremen) zur Beschreibung der Menora im AltenTestament.
ARTE (2009): Biblische Detektivgeschichte (TV-Sendung der englisch-amerikanischen Original-Version 2008).
ARTE (2009): Wie die alten Ägypter über das Meer fuhren (TV-Sendung eines französischen Dokumentarfilms).
BECKERATH, Jürgen von (1997): Chronologie des Pharaonischen Ägyptens. – 244 S., zahlreiche Abb. und Tab., (Philipp von Zabern) Mainz.
BÖHME, M. (2007): Die Vielfalt der Papyrusüberlieferung:-- In: SCHMITT & BÖHME (Hrsg.) Welt aus Schnipseln – Papyrus-Texte aus dem Alten Ägypten. Heft 4:17-52, 29 Abb., (Haus der Wissenschaft) Bremen.
BRUNNER, H. (1959): Hieratisch. – In: B. SPULER „Handbuch der Orientalistik“, Bd I, 1. Abschnitt Ägyptische Schrift und Sprache, (E. J. Brill) Leiden.
EUTING, J. (1896/1914): Tagebuch einer Reise in Inner-Arabien. – 2 Bde., II. Aufl., (Brill) Leiden. Nachdruck 1993, 161 S., zahlreiche Abb., Hrsg.: K. & U. PFULLMANN, (Soldi) Hamburg.
FRANZ, A. (2011): Das sagenhafte Goldland Punt. – B. d. Wiss., 2011/09:68-75, mehrere Abb., Stuttgart.
FRANZ, A. (2014): Zimthandel in Tel Dor (Israel). – Bild d. Wiss., 2014,3:77, 2 Abb., Stuttgart.
HEINSOHN, G. (1979): Über die „heiße“ Venus, das dunkle Zeitalter Griechenlands und das Zittern im akademischen Lehrgebäude. Leben und Forschungen Immanuel Velikowskys. – Freibeuter, 1979: 1-20, 3 Ab., Berlin.
IBN FADLALLAH AL-UMARI (1349) als Zwischenautor: Die Weltkarte des Kalifen AL-MA´MUN. – Rezente Rekonstruktion d. Inst. f. Gesch. d. Arab.-Islam. Wiss., Frankfurt/M.
JGOFS (1999): Ozean-Klima: Kohlenstoff. – Dt. Beitr. z. intern. Meeresforschungsprogramm Joint Global Ocean Flux Study (JGOFS), A. GERDES et al., 46 S., zahlreiche Abb., (Girzig & Gottschalk GmbH) Bremen.
JUNGE, P. & SEYBOLD, S. (2002): Bilder aus Äthiopien. Malerei und Fotografie 1900-1935. – Begleitbuch z. Sonderausstellung im Überseemuseum Bremen, 107 S., zahlreiche Abb., (Geffken & Köllner) Bremen.
KALIMEDIA (2008): Atlas der wahren Namen. Ethymologische Karte „Welt“. – (Kalimedia) Lübeck.
KIRCHNER, G. (2005): Der Afrika-Forscher Karl Mauch (1837-73). – ZDF-TV-Sendung, Mainz.
KRUCK, W. (1980/82): Geological Map of the Yemen Arab Republic. Sheet Al Hazm, Sana´a und Sadah, 1:250000. – (Fed. Inst. of Geoscience and natural Ressources) Hannover.
LUTHER, M. (1534): Biblia, das ist die gantze Heilige Schrift, Teutsch. – Übersetzung Dt. Evangelischer Kirchenausschuss 1951, 896 S., (Privileg. Württ. Bibelanstalt) Stuttgart.
MORONI, C. (2008): Terra X, Weihrauch für den Pharao, Aufbruch nach Punt. – ZDF-TV-Sendung (Spitzing & Reichert) vom 01.01. 2008, Mainz.
MOSER, A. (1996) Zu den Goldquellen König Salomos. – 183 S., zahlreich Abb. und Farbtafeln, (Pietsch) Stuttgart.
ORTLAM, D. (1994): Die Balge als Hauptstrom der Werra/Weser? Neue Erkenntnisse zur Flussgeschichte der Weser in Bremen. – Die Weser, 1994,3/4:100-105, 4 Abb., Bremen.
ORTLAM, D. (2000): Eine neue Idee: Kulturschutzgebiete. – GAIA, 9, 3: 176-178, 2 Abb., (Nomos) Baden-Baden.
ORTLAM, D. (2009): Die keltisch-gälische Christianisierung und das Starkbeben von 1601. – Neuere historische und geowissenschaftliche Erkenntnisse. – 38 S., 20 Abb., Internet-Publikation unter www.dr-ortlam.de (mit laufenden Ergänzungen)..
ORTLAM, D. (2012): Briefliche Entgegnung zur Punt-Publikation von A. FRANZ (2011). – B. d. Wiss., 2012/01:16, Stuttgart.
PTOLOMAIOS, C. (1472 und 1482): Weltkarte; abgeleitet aus der Cosmographia Ptolomaio (1. Jhdt. n. Chr.) – Bibliotheca Apostolica Vaticana, Rom bzw. Ulm/D.
SALIBI, K. S. (1985): Die Bibel kam aus dem Lande Asir. Eine neue These über die Ursprünge Israels. – Deutsche Übersetzung von A. RASHATASUVAN, 224 S., 11 Ktn., (Rowohlt) Reinbek.
STRABO(N) (~18 n. Chr.): Geographica. 17 Bde. – Deutsche Übersetzung und Anmerkungen von A. FORBIGER (1856), 1341 S., (Marix) Wiesbaden 2005.
UNEP (2007): Weltumweltbericht Geo-4. – Nairobi.
VELIKOWSKY, I. (1978): Welten im Zusammenstoss. – 388 S., (Umschau) Frankfurt/M.
VELIKOWSKY, I. (1980): Erde im Aufruhr. -- 272 S., (Umschau) Frankfurt/M.
Erst-Publikation: 2008; Fassung: 03/2014
Autoren- und Copyrightadresse: Dir. und Prof. Dr. Dieter ORTLAM, Geowissenschaftler; P. O. B. 102701; D-28027 Bremen.